Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt

Neue Wirkstoffe stoppen Hepatitis-C Virus

Freitag, 17. Januar 2014 – Autor:
Eine neue Generation von Medikamenten gegen Hepatatis C macht Hoffnung: Mit den sogenannten direct acting antivirals (DAA) lassen sich die Heilungsraten signifikant steigern. Experten sprechen von einem Wendepunkt in der Hepatitis C Therapie.
Hepatitis C: neue Wirkstoffkombinationen machen hoffnung

Hepatitis C: Neue Wirkstoffkombinationen machen Hoffnung

Bessere Heilungserfolge und weniger Nebenwirkungen verspricht eine neue Generation von Medikamenten gegen Hepatatis C. Es handelt sich dabei um so genannte direct acting antivirals (DAA), die das Hepatitis C Virus daran hindern, sich zu vermehren und damit die chronische Entzündung der Leber blockieren. Zwei Wirkstoffe dieser Gruppe wurden in Europa bereits 2011 zugelassen und haben die Heilungschancen deutlich verbessert. „Boceprevir und Telaprevir erreichen in Kombination mit Interferon und Ribavirin eine Heilungsrate von bis zu 80 Prozent“, sagt Professor Dr. med. Michael P. Manns von der Medizinischen Hochschule Hannover. Eine Hepatitis-Infektion gilt als ausgeheilt, wenn der Virustest auch zwölf Wochen nach dem Ende der Therapie negativ ausfällt.

Hepatitis C: Aktuelle Klinische Studie aus den USA - Heilungsrate von bis zu 98 Prozent

Boceprevir und Telaprevir sind die ersten direct acting antivirals. In den USA wurden gerade zwei weitere Wirkstoffe der neuen Generation zugelassen: Semiprevir und Sofosbuvir. In einer klinischen Studie hatte Sofosbuvir in Kombination mit dem Wirkstoff Daclatasvir bei Patienten mit Genotyp 1 zu Heilungsraten von bis zu 98 Prozent geführt. Bei Patienten mit den Genotypen 2 und 3 lag die Heilungsrate knapp über 90 Prozent. Sofosbuvir soll noch in diesem Jahr auch in Europa zugelassen werden, für Daclatasvir hat der Hersteller eine beschleunigte Zulassung beantragt. Mit dieser neuen Kombinationstherapie entfällt das wöchentliche Spritzen von Interferon, und möglicherweise kann man künftig auch auf Ribavirin verzichten, sind Experten überzeugt. Die beiden Standard-Medikamente können starke Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Depressionen verursachen.

Die Forschungspipeline ist voll

Dass mehrere Dutzend weiterer Wirkstoffe augenblicklich in der klinischen Testung sind, dürfte eine weitere gute Nachricht für Patienten mit Hepatitis C sein. Denn mit einer größeren Zahl von Wirkstoffen steigen auch die Chancen, schwierige Hepatitis-Infektionen erfolgreich zu behandeln, etwa wenn die Leber bereits stark geschädigt ist oder sich bereits eine Leberzirrhose entwickelt hat. Hepatitis-Experte Manns: „Es ist vorstellbar, dass es in fünf Jahren wie bei der HIV-Therapie Kombinationspräparate gibt, die einmal täglich als Tablette eingenommen werden können und die aber im Gegensatz zu HIV zur Heilung führen können - auch in schwierigen Fällen.“ Der Experte sieht darin eine Chance für einen Wendepunkt in der Hepatitis C Therapie.

Weltweit sind über 185 Millionen Menschen mit Hepatitis C Viren infiziert, in Deutschland sind es rund 500.000. Das Tückische daran: Hepatitis C kann Jahrzehnte lang unbemerkt bleiben, aber unterdessen schwere Schäden in der Leber anrichten. Oft entwickelt sich daraus Leberkrebs.

© Sebastian Kaulitzki - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Hepatitis

Hepatitis macht oft erst spät Beschwerden und bleibt daher häufig lange unentdeckt. Dabei ist eine möglichst frühe Behandlung für den Therapieerfolg wichtig. Zudem kann Hepatitis von Mensch zu Mensch – beispielsweise beim Sex – übertragen werden. Auch aus diesem Grund sollte jeder wissen, ob er von der Virusinfektion betroffen ist.

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Weitere Nachrichten
Die Langzeitfolgen der Corona-Pandemie machen Beschäftigten in Gesundheitsberufen besonders zu schaffen. Das zeigt eine Analyse der AOK-Nordost für Berlin. Eine Berufsgruppe ist sogar doppelt so oft betroffen wie der Durchschnitt der Versicherten.

Die Charité hat am Montag eine stadtweite Kampagne gestartet, um neue Mitarbeitende zu gewinnen. Besonders Pflegekräfte werden umworben, aber auch in Forschung, Lehre und Verwaltung sucht die Universitätsmedizin Verstärkung.

Trotz internationaler Transparenzregeln werden viele klinische Studien nicht veröffentlicht. Wichtige Ergebnisse bleiben somit verborgen. Dem setzt das Berlin Institute of Health (BIH) der Charité nun mit einem öffentlich einsehbaren Dashboard etwas entgegen.
Interviews
Einen ambulanten Pflegedienst in Berlin zu finden, ist schwierig geworden. Personalmangel ist das Hauptproblem. Dabei gäbe es relativ einfache Lösungen, sagt Thomas Meißner vom AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen (AVG). Im Gespräch mit Gesundheitsstadt Berlin verrät der Pflegeexperte und Chef eines häuslichen Krankenpflegedienstes, wie man Menschen in den Pflegeberuf locken könnte und warum seine Branche noch ganz andere Sorgen hat als die Personalfrage.

Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.
Logo Gesundheitsstadt Berlin