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Herzinfarkt macht bei Frauen oft unspezifische Symptome

Samstag, 13. März 2021 – Autor:
Wenn Frauen einen Herzinfarkt erleiden, fehlt oft der typische Brustschmerz. Die uneindeutigen Symptome sind tückisch, denn dadurch geht wertvolle Zeit verloren. Eine Kardiologin klärt über die Symptome und Warnzeichen auf.
Frauen deuten Warnzeichen eines Herzinfarkts oft falsch, weil oft der typische Brustschmerz fehlt

Frauen deuten Warnzeichen eines Herzinfarkts oft falsch, weil oft der typische Brustschmerz fehlt – Foto: © Adobe Stock/ Dragana Gordic

Bei Engegefühl im Brustkorb mit Luftnot sollte jeder an einen Herzinfarkt denken und die Feuerwehr alarmieren. Doch in vielen Fällen, wird der Notruf zu lange hinausgezögert. Etwa 30 Prozent der Patienten in Deutschland versterben am akuten Herzinfarkt, noch bevor sie die Klinik erreichen. Besonders Frauen nehmen die Warnsignale eines Herzinfarkts oft nicht ernst. Das liegt vor allem daran, dass sich ein Herzinfarkt bei Frauen nicht so eindeutig äußert wie bei Männern.

Brustschmerz fehlt oft bei Frauen

„Häufiger als bei Männern können bei Frauen weniger eindeutige Symptome auftreten, etwa Atemnot, ein Ziehen in den Armen, unerklärliche Müdigkeit, Übelkeit oder Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch oder Rücken. Symptome wie der klassische Brustschmerz etwa können bei Frauen fehlen“, erklärt Prof. Christiane Tiefenbacher vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Die Chefärztin für Kardiologie am Marien-Hospital Wesel appelliert deshalb an alle Frauen, sich frühzeitig über die Symptome des Herzinfarkts und seine Ursachen zu informieren.

Ein Herzinfarkt kommt zwar plötzlich, aber nicht aus heiterem Himmel. Häufig geht ihm über viele Jahre eine koronare Herzkrankheit voraus, bei der sich die Herzkranzgefäße verengen. Zum Herzinfarkt kommt es wenn, ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Herzkranzgefäß vollständig verschließt. Die betroffene Region des Herzens stirbt dann an.

Vom Broken-Heart-Syndrom zum Herzinfarkt

Bei der Journalistin und TV-Moderatorin Lisa Ortgies führte nicht eine koronare Herzkrankheit, sondern das Broken-Heart-Syndrom zu einem Herzinfarkt. Dabei handelt es sich um eine plötzlich auftretende Herzmuskelerkrankung, die vor allem durch emotionalen Stress – sowohl negativ als auch positiv – ausgelöst wird. Deswegen wird das Broken-Heart-Syndrom auch Stress-Kardiomyopathie genannt. Die Krankheit tritt sehr selten auf, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. „Beim Broken-Heart-Syndrom lässt die Pumpleistung des Herzens akut nach, es kommt zu einer lebensbedrohlichen Situation.Die Symptome ähneln denen eines Herzinfarkts, es liegt allerdings kein Verschluss eines Herzkranzgefäßes vor“, erläutert Kardiologin Christiane Tiefenbacher.

Herzinfarkte sind nicht nur Männersache

Typische Symptome des Broken-Heart-Syndroms sind unter anderem ein Schwächegefühl und starke Schmerzen, die in beide Arme ausstrahlen. Das war auch bei Lisa Ortgies so. Trotzdem dachte sie nicht an eine Herzkrankheit. „Ich stellte mir einen Herz-Patienten ganz anders vor, für mich waren das eher ältere Männer“, erklärt sie im Interview mit der Deutschen Herzstiftung. Vielmehr habe sie nur auf eine Magenverstimmung oder ein Kreislaufproblem getippt.

Dabei sind Herzkrankheiten und eben auch der Herzinfarkt keineswegs eine reine Männerkrankheit. Laut dem Deutschen Herzbericht aus 2019 waren von den 46.200 an Herzinfarkt-Toten etwa 19.300 Frauen.

Hauptkategorie: Medizin
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